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Leo XIV. schneidet in Uruguay soziale Themen an

08.11.2026 06:49
(zuletzt bearbeitet am 08.11.2026 um 07:10 Uhr)
Uruguay/Papst/Kirche/Soziales/Glaube/Bildung/Armut
In der stark säkularisierten Gesellschaft Uruguays hat die katholische Kirche einen geschwächten Stand - Papst wirbt jedoch beim Staat für Zusammenarbeit auf dem Feld des Sozialen
Montevideo, 08.11.2026 (KAP/KNA) Papst Leo XIV. hat an seinem zweiten Besuchstag in Uruguay soziale Herausforderungen angesprochen und zur Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat in dem stark säkularisierten Land aufgerufen. Unter Berufung auf seinen Amtsvorgänger Franziskus nannte er "die Inklusion oder die Exklusion des am Wegesrand leidenden Menschen" das Unterscheidungsmerkmal allen wirtschaftlichen, politischen, sozialen und religiösen Handelns. Den Bildungssektor mahnte er zum Gegensteuern gegen gesellschaftliche Verrohung. Innerkirchlich stand für Leo XIV. abermals die Glaubensweitergabe in der schrumpfenden katholischen Gemeinschaft Uruguays im Mittelpunkt. Bei einer Messe in der Stadt Paysandú am Samstag verlangte er "kreativen Mut", wie die Nachrichtenagentur KNA berichtete.

In der Katholischen Hochschule in Uruguays Hauptstadt Montevideo beschrieb der Papst einen aktuellen Trend zur Entmenschlichung in Diskursen als erzieherische Herausforderung. Man dürfe sich an den "widerlichen Geruch" des Ausstoßens, Ablehnens und Verachtens anderer Menschen nicht gewöhnen. Auch für die Bewahrung der Schöpfung gebe es eine "persönliche und gemeinsame Verantwortung". Weiter appellierte der Papst zu Friedensförderung.

Leo XIV. nannte es dringend nötig, Schüler und Studierende zu einem "weisen Umgang" mit Technologien und Künstlicher Intelligenz zu führen. Der Mensch müsse vor dem Algorithmus stehen. Während computergestützten Systemen Intelligenz zugeschrieben werde, falle es weithin schwer, die unveräußerliche Würde des Menschen anzuerkennen. Leo XIV. sprach von einem "Paradox".

Kinder vor Armut und Gewalt schützen

Beim Besuch eines kirchlichen Sozialprojekts beklagte der Papst Gleichgültigkeit gegenüber Bedürftigen. Besonders verwies er auf die überproportional hohe Gewalt gegen Kinder und die Kinderarmut in dem relativ wohlhabenden Land. Wörtlich sagte er: "Ein Kind dieses Landes, das so reich an Ressourcen ist, sollte nicht hungrig schlafen gehen und auch nicht wegen der Unsicherheit auf den Straßen auf eine ordentliche Ausbildung und eine würdige Zukunft verzichten müssen. Kirche und Staat müssten aus ihrer "Trägheit" erwachen und für das Gemeinwohl zusammenarbeiten.

In seiner ersten Messe in Uruguay rief Leo XIV. die Katholiken zu Gemeinschaft und zur Weitergabe des Glaubens an künftige Generationen auf. Damit sich die "Samen des Evangeliums" entfalten könnten, brauche es weiterhin Glaubensunterweisung für Kinder und Jugendliche, aber auch Begleitung von Familien und älteren Menschen, sagte er in Paysandú vor mehreren Tausend Gläubigen, weit weniger als erwartet.

Uruguay ist das am stärksten säkularisierte Land Südamerikas. Der Vatikan gibt den Anteil der katholisch Getauften mit 77 Prozent an. In Umfragen bezeichnet sich nur etwa ein Drittel der Bevölkerung als katholisch; knapp die Hälfte sieht sich als nichtreligiös.

(Offizielle Website zum Papstbesuch in Uruguay: https://papaleonuruguay.uy)

(Laufend aktualisiertes Kathpress-Themenpaket mit allen Meldungen und Hintergrundberichten zur Papstreise unter www.kathpress.at/Papst-Leo-in-Suedamerika)
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