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Stanislaus Kostka Kapelle in der Wiener Innenstadt
Kirche
Bild Copyright: © Joanna Lukaszuk-Ritter

Wien: Kapelle feiert 300 Jahre Heiligsprechung von Stanislaus Kostka

08.11.2026 10:04
Österreich/Kirche/Glaube/Geschichte/Orden
Festmesse mit Wiener Erzbischof Grünwidl am 18. November - Eröffnung der Oktav am 13. November mit Weihbischof Olszowski aus der Erzdiözese Katowice - Kapellenrektor Zacherl über polnischen Heiligen: "Vor allem junge Leute sollten Stanislaus neu entdecken" -
Wien, 08.11.2026 (KAP) Mit einer traditionsreichen Oktav erinnert die Wiener Stanislauskapelle von 13. bis 20. November an den heiligen Stanislaus Kostka. Anlass ist das 300-Jahr-Jubiläum seiner Heiligsprechung: Am 31. Dezember 1726 wurde der 1550 geborene polnische Jesuitennovize von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen. Die diesjährige Feier wird am 13. November um 18 Uhr von Weihbischof Grzegorz Olszowski aus der Erzdiözese Katowice eröffnet. Höhepunkt ist eine Festmesse mit dem Wiener Erzbischof Josef Grünwidl am 18. November um 7.30 Uhr, wie die Erzdiözese Wien mitteilte. Damit setzt er die Tradition der Besuche Wiener Erzbischöfe fort, zu denen auch die Kardinäle Theodor Innitzer, Franz König und Christoph Schönborn zählten.

Die Stanislaus-Oktav wird seit fast 300 Jahren gefeiert. Die Mitte des 18. Jahrhunderts entstandene Tradition beginnt jährlich am 13. November, dem liturgischen Gedenktag des Heiligen, und dauert bis zum 20. November. Bereits 1748 berichtete das Wienerische Diarium über die Abschlussfeierlichkeiten, an denen Kaiserin Maria Theresia gemeinsam mit Prinzessin Charlotte von Lothringen teilnahm. Bis heute wird die Oktav mit deutschsprachigen Gottesdiensten sowie Angeboten für die polnische und kroatische Gemeinschaft fortgeführt. Seit 2021 gibt es zudem eine eigene polnischsprachige Oktav.

Heiliger als Vorbild für junge Leute

Die Kapelle befindet sich im ehemaligen Wohnraum des Heiligen im ersten Stock eines Bürgerhauses im Zentrum Wiens. Der damals 14-jährige Stanislaus war 1564 nach Wien gekommen, um am Jesuitenkolleg zu studieren. Hier reifte sein Entschluss, Jesuit zu werden. Während einer schweren Krankheit bestärkten ihn mystische Erfahrungen in seiner Berufung. 1567 verließ er Wien und trat in Rom ins Noviziat ein. Knapp zehn Monate später starb er im Alter von 17 Jahren. Schon 1582, nur 14 Jahre nach seinem Tod und lange vor seiner Seligsprechung im Jahr 1605, wurde sein ehemaliges Zimmer in eine Kapelle umgewandelt und vom Wiener Bischof Johann Caspar Neubeck geweiht. Seit 2021 gehören das Haus und die Kapelle der österreichischen Jesuitenprovinz.

Für Kapellenrektor P. Michael Zacherl, der die Kapelle seit mehr als zwei Jahrzehnten betreut, ist Stanislaus gerade für junge Menschen ein wichtiges Vorbild: "Vor allem junge Leute sollten Stanislaus neu entdecken." Seine Entschiedenheit, trotz des Widerstands seiner Eltern dem Ruf Gottes zu folgen, sei "heldenhaft". Die Kapelle sei dabei mehr als ein historischer Ort: "Noch heute erfahren Besucher der Kapelle, dass von dort eine große Kraft ausgeht." Sein Wunsch: "Mögen immer wieder Leute zum ersten Mal den Weg in diese Kapelle finden und in ihrer Entschlossenheit gegenüber dem Willen Gottes bestärkt werden."

Öffnungszeiten und Messen

Die Stanislauskapelle in der Kurrentgasse 2 (1010 Wien) ist von 13. bis 20. November während der Oktav geöffnet: Montag bis Freitag von 7 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, Samstag von 7 bis 18 Uhr sowie Sonntag von 9 bis 13.30 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Heilige Messen in deutscher Sprache finden Montag bis Samstag um 7.30 Uhr und sonntags um 10 Uhr statt. Eine weitere Jubiläumsmesse wird am 31. Dezember um 8 Uhr gefeiert.
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