Bankenskandal in Paraguay - Kirche fordert Bestrafung der Schuldigen
08.11.202610:50
Paraguay/Kirche/Politik/Bank/Regierung
Paraguays Präsident Peña des Amtes enthoben und in Untersuchungshaft - Kirche fordert umfassende Aufklärung
Asunción, 08.11.2026 (KAP/KNA) Nach der Amtsenthebung von Paraguays Präsident Santiago Peña im Zuge eines Bankenskandals fordert die katholische Kirche im Land weitere Konsequenzen. Die Hauptstadt-Erzdiözese Asunción erklärte laut der Zeitung "ABC", die politisch Verantwortlichen dürften sich nicht hinter einem Personalwechsel an der Regierungsspitze verstecken können, wie die Nachrichtenagentur KNA am Sonntag berichtete. Eine Rochade werde nichts nützen, wenn sie "lediglich auf Hinterzimmer-Absprachen oder Manöver der Führungsspitze zurückzuführen ist, um das Netz der Korruption intakt zu lassen."
Der Skandal dreht sich um den Zusammenbruch der Online-Bank Ueno. Der schnell gewachsene Finanzdienstleister verfügte zuletzt über ein Netz von mehr als 70 Filialen und geriet in der vergangenen Woche in Zahlungsschwierigkeiten. Die Ersparnisse von bis zu drei Millionen Bankkunden seien in Gefahr, berichten paraguayische Medien.
Paraguays Kongress strengte deshalb ein Amtsenthebungsverfahren an, weil Präsident Santiago Peña seine Aufsichtspflicht vernachlässigt und er zudem Interessenkonflikte gehabt habe. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Korruption. Peña sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
"Eine offene soziale Wunde"
Die neue Führungsspitze mit dem zum neuen Staatschef vereidigten vormaligen Vizepräsidenten Pedro Alliana müsse verstehen, dass das Land eine offene soziale Wunde habe, so die Erzdiözese Asunción. Diese könne nur heilen, wenn mit echter Transparenz und mit Empathie mit den Betroffenen gehandelt werde. Generalstaatsanwaltschaft, Nationalkongress, Rechnungshof und Zentralbank müssten "die Veruntreuung der Bank bis auf den Grund untersuchen".
Ziel müsse "Gerechtigkeit ohne Straffreiheit" sein, hieß es weiter. Die Wiedergutmachung der Schäden an den Ersparnissen der Bevölkerung und dem Staatsvermögen müsse eine absolute Priorität des Rechtssystems sein. Aufklärung und unerbittliche Strafverfolgung seien die einzigen möglichen Wege, um dem Staat "wieder etwas Glaubwürdigkeit zurückzugeben".