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Schönborn bei Feierlichkeiten zum 330. Jahrestag des Tränenwunders von Mariapócs
Glaube
Bild Copyright: © Stephan Schönlaub/EDW

Schönborn würdigt Ikone von Mariapócs als Heimat für Gläubige

08.11.2026 13:38
(zuletzt bearbeitet am 08.11.2026 um 17:15 Uhr)
Österreich/Ungarn/Kirche/Glaube/Mariapócs/Schönborn
Kardinal feierte im Stephansdom mit ungarischem Metropolit Kocsis und weiteren griechisch-katholischen Bischöfen den 330. Jahrestag des Tränenwunders
Wien, 08.11.2026 (KAP) "Wo die Mutter ist, da sind wir zu Hause": Mit diesem Gedanken hat Kardinal Christoph Schönborn die Bedeutung der Marienikone von Mariapócs für die Gläubigen beschrieben. Im Wiener Stephansdom feierte er am Sonntag mit dem ungarischen griechisch-katholischen Metropoliten Fülöp Kocsis und weiteren griechisch-katholischen Bischöfen eine festliche byzantinische Göttliche Liturgie zum 330. Jahrestag des Tränenwunders von Mariapócs. Seit 1697 befindet sich die Ikone von Mariapócs im Stephansdom. In Ungarn wird seither eine Kopie verehrt, von der später ebenfalls Tränenwunder berichtet wurden. "Wir sind hierher zu Maria gepilgert und fühlen uns in dieser Kathedrale in Wien zu Hause", erklärte Kocsis und pflichtete Kardinal Schönborn bei: "Man fühlt sich dort zu Hause, wo die Mutter ist."

Am 4. November 1696 sollen während eines Gottesdienstes Tränen aus den Augen einer Ikone der Gottesmutter geflossen sein. Vor 330 Jahren sei das auf Holz gemalte Bild den Menschen zur Gegenwart geworden, erklärte Schönborn. "Sie haben gespürt: Maria ist da, sie ist da bei uns. Und das ist bis heute die Erfahrung vieler Menschen, auch ohne das Tränenwunder, wenn sie eine Kerze anzünden und ein Gebet bei der Ikone sprechen. Sie ist da, und wo die Mutter ist, da sind wir zu Hause."

Die Mutter Jesu habe durch alle Jahrhunderte die Herzen der Menschen berührt. Bis heute kämen viele zur Ikone, um Maria ihre persönlichen Anliegen vorzutragen. Das Marienbild zeige Maria als Hodegetria ("Wegweiserin"): Mit ihrer Hand weise sie auf ihren Sohn Jesus hin und bedeute ihnen: "Christus ist unser Friede", sagte der emeritierte Wiener Erzbischof.

Die Mutter weine mit jenen, die vor ihr weinen. Sie weine über die Kriege, den Hass und das viele Leid, das sie verursachen. Ihre Tränen könnten aber auch Tränen der Freude sein, "dass alle ihre Kinder gerettet sind, dass sie Heimat haben durch Christus, ihren Sohn, der uns durch sein Kreuz und seine Auferstehung das Tor des Himmels geöffnet hat, dass wir alle heimkommen können in das Vaterhaus Gottes", so Schönborn.

Kocsis: "Wir wollen die Ikone nicht zurück"

Vor etwa 330 Jahren hätten die Menschen in Ungarn die Erfahrung gemacht, "dass uns unsere Mutter weggenommen wurde", erklärte der ungarische griechisch-katholische Metropolit Kocsis. Die griechisch-katholische Basilika von Mariapócs ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte in Ungarn. Nach Untersuchungen ließ Kaiser Leopold I. die Ikone aus der griechisch-katholischen Basilika von Mariapócs nach Wien bringen - gegen den Widerstand der örtlichen Bevölkerung. Später hätten die Menschen verstanden, dass die Mutter, obwohl das Bild weggenommen worden war, bei ihnen blieb, erklärte Kocsis im Beisein von Pilgergruppen aus Ungarn.

"Diese Ikone hat ihren Platz hier im Stephansdom", fuhr der Metropolit fort. Bei allem Verständnis für die Proteste der Ahnen "möchte ich in meinem Namen, im Namen meiner Brüder im bischöflichen Amt und im Namen unserer ganzen Kirche hier erklären, dass wir die Ikone nicht zurückwollen", sagte Kocsis. Eine Gedenktafel erinnere daran, dass die wundertätige Ikone aus Mariapócs stammt.

Bereits am Samstagabend hatten der Ostkirchen-Ordinarius und Wiener Erzbischof Josef Grünwidl sowie Kardinal Schönborn ein Friedensgebet mit dem marianischen Hymnus Akathistos und eine anschließende Lichterprozession um den Stephansdom mitgefeiert. Daran nahmen u.a. insgesamt neun griechisch-katholische Bischöfe aus fünf Ländern sowie der Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky und Ostkirchen-Generalvikar Yuriy Kolasa teil.
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