Friday 27. May 2016
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Kathpress-Konzils-Archiv

 

"Die großartige Prozession der Konzilsväter und die Eröffnungssitzung des Zweiten Vatikanums wurden in einer Eurovisions-Sendung in 16 Länder Europas und - über den Erdsateliten 'Telstar' - in die USA und nach Kanada direkt übertragen. Mehr als 1.000 Journalisten aus aller Welt sind zu diesem säkularen Ereignis der Konzils-Eröffnungsfeier in die Ewige Stadt gekommen. Millionen und Abermillionen Fernseher und Rundfunkhörer verfolgten die Übertragungen aus Rom."

 

Mit diesen Worten beschrieb die "Kathpress" vor 50 Jahren, am 11. Oktober 1962, die Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils. In den folgenden drei Jahren sollte "Kathpress" - wie alle anderen Medien auch - hunderte Berichte, Zusammenfassungen, Dokumentationen und Meldungen aus dem Vatikan rund um die Beratungen und Beschlüsse der Konzilsväter veröffentlichen. Sie stellen einen Schatz dar, der angesichts des nun anhebenden, weltweit begangenen Konzils-Jubiläums Stück für Stück geborgen, d.h. digitalisiert wird.

 

Als genuinen Beitrag zum Konzils-Jubiläum hat "Kathpress" die Serie "Das berichtete

Kathpress vor 50 Jahren über das Zweite Vatikanische Konzil" gestartet. Darin werden ausgewählte "Kathpress"-Meldungen über das Konzil im Originaltext erneut publiziert. Mit diesem neuen Service will die Katholische Presseagentur "einen genuinen Beitrag für eine vertiefte Konzilsrezeption leisten", so Chefredakteur Paul Wuthe. Bei der Auswahl der Meldungen habe man sich von Relevanz und Österreich-Bezug, aber auch von Originalität leiten lassen. Bewusst ausgelassen werden historische Meldungen mit dokumentarischen oder technischen Charakter, wie beispielsweise Personenlisten von Kommissionen mit begleitenden Kurzbiographien, wie sie damals von "Kathpress" regelmäßig publiziert wurden.

 

Die Serie startet mit Meldungen in der Zeit von Anfang bis Mitte September 1962. Dabei wird über die damals von Papst Johannes XXIII. erlassene Konzilsordnung genauso zu lesen sein wie über seine Rundfunkbotschaft einen Monat vor Konzilsbeginn am 11. September 1962. Nachzulesen sind auch die Konzilsvorbereitungen in den österreichischen Diözesen und eine aufschlussreiche Rede des damaligen Linzer Bischofs Franz Zauner über die Erwartungen an das Konzil.

 

Schließlich findet sich in der allerersten Serie eine knappe Archiv-Meldung über die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft von deutschsprachigen katholischen Nachrichtenagenturen in Rom. Die mit 12. September 1962 datierte Meldung ist gleichsam die "Geburtsanzeige" darüber, dass "Kathpress" u.a. gemeinsam mit den Katholischen Nachrichten Agenturen aus Deutschland (KNA) und der Schweiz (KIPA) ein eigenes römisches Korrespondentenbüro errichtet hat. Seit damals berichtet das "Centrum informationis catholicum" (CIC), wie sich das gemeinsame Korrespondentenbüro heute offiziell nennt, über den Papst, den Vatikan und die Weltkirche.

 

Wichtige Beiträge aus Österreich

 

Die österreichischen Konzilsteilnehmer konnten wichtige Impulse für die größte Bischofsversammlung aller Zeiten einbringen. Historisch unbestritten ist die wichtige Rolle von Kardinal Franz König beispielsweise beim Entstehen der Konzilserklärung "Nostra Aetate" über das Verhältnis der Katholischen Kirche zum Judentum und zu den nichtchristlichen Religionen. Kardinal Königs Kompetenz wurde dadurch gewürdigt, dass er Mitglied der Konzilskommission für die Glaubens- und Sittenlehre war. Aber auch andere Bischöfe aus Österreich waren Mitglieder von Konzilskommissionen: Bischof Franz in der Kommission für die Liturgie und Bischof Stefan Laszlo in der Kommission für das Laienapostolat und die Massenkommunikationsmittel.

 

An der Spitze des österreichischen Episkopats, das am Konzil teilnahm, stand der Wiener Erzbischof Kardinal Franz König (Wien). Weitere bischöfliche Konzilsteilnehmer waren  Andreas Rohracher (Salzburg), Josef Köstner (Gurk), Franz Zauner (Linz), Josef Schoiswohl (Graz-Seckau), Stephan Laszlo (Eisenstadt), Franz Zak (St. Pölten), Paulus Rusch (Innsbruck) sowie die Weihbischöfe Leo Pietsch (Graz-Seckau), Bruno Wechner (Feldkirch), Jakob Weinbacher (Wien) und Franz Jachym (Wien).

 

Daneben wurden folgende vier Österreicher zu Sachverständigen des Konzils berufen:

Der Geistliche Assistent der Katholischen Aktion Österreichs, Kanonikus Ferdinand Klostermann (Linz), der Generalprokurator der Augustinerchorherren in Rom, Abt Karl Egger, sowie die Innsbrucker Theologieprofessoren P. Karl Rahner und P. Josef Jungmann.

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