Geplante deutsche Synodalkonferenz: Satzung im Vatikan vorgelegt
31.03.202614:46
Deutschland/Vatikan/Kirche
Bischofskonferenz-Vorsitzender Wilmer bei Kurien-Erzbischof Iannone
Rom/Bonn, 31.03.2026 (KAP/KNA) Die deutschen katholischen Bischöfe haben im Vatikan eine weitere Etappe des Reformprojektes "Synodaler Weg" beschritten. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, legte am Dienstag der Römischen Kurie die Satzung für eine künftige Synodalkonferenz zur Anerkennung vor, wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) in Bonn mitteilte.
Die Bischöfe hatten bei ihrer Vollversammlung im Februar dieser Satzung zugestimmt. In dem neuen Gremium wollen Bischöfe und Laien in Deutschland auf Bundesebene gemeinsam über wichtige Zukunftsfragen beraten und Beschlüsse fassen. Bereits im vergangenen November hatte die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) der Satzung zugestimmt. Der Vatikan muss den Plan absegnen, bevor es losgehen kann.
Die geplante Synodalkonferenz ist ein Ergebnis des "Synodalen Wegs" der katholischen Kirche in Deutschland, bei dem es etwa um innerkirchliche Gewaltenteilung, eine neue Sexualmoral und um Weiheämter für Frauen geht. Die DBK-Mitglieder waren beim Umgang mit diesem Projekt in den vergangenen Jahren gespalten. Vier konservative Bischöfe hatten sich daraus zurückgezogen. In der Kirchenleitung in Rom gab es ebenfalls starke Bedenken. Der Vatikan mahnte, dass die Entscheidungsbefugnis jedes einzelnen Bischofs für seine Diözese nicht aufgehoben werden dürfe.
Kontinuität mit Bischof Bätzing
Bischof Wilmer teilte jetzt mit, er habe dem Präfekten der Vatikanbehörde für die Bischöfe, Erzbischof Filippo Iannone, die Satzung erläutert - "in Kontinuität" zu seinem Vorgänger Bischof Georg Bätzing sowie zu vielen Vorgesprächen, die der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck geführt habe. "Ich bin froh und dankbar, dass wir heute so einen weiteren Schritt auf der langen Etappe des Synodalen Weges fortgesetzt haben", erklärte Wilmer. "Ebenso bin ich dankbar, wie intensiv dieser Prozess in Deutschland in den vergangenen Monaten mit dem weltweiten synodalen Geschehen zusammengeführt wurde."
ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp erklärte anlässlich der Vorlage der Satzung: "Die katholische Kirche in Deutschland hat auf ihrem Synodalen Weg mit großem Engagement auf diese Synodalkonferenz hingearbeitet, in der künftig Bischöfe und Laien dauerhaft gemeinsam beraten und Beschlüsse fassen möchten." Sie hoffe auf eine zeitnahe Anerkennung. "Es wäre wunderbar, wenn wir noch in diesem Jahr zur konstituierenden Sitzung der Synodalkonferenz zusammenkommen könnten." Eine erste Zusammenkunft der Synodalkonferenz ist am 6. und 7. November in Stuttgart geplant.