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Steirischer Pfingstdialog: Plädoyer für wiedererstarkte Mitte Europas

22.05.2026 15:34
Österreich/Kirche/Politik/Europa/Pfingstdialog
Israelisch-deutscher Psychologe und Autor Mansour warnt vor zunehmenden Radikalisierungen und Parallelgesellschaften und plädiert für Aufrechterhaltung der europäischen Werte - Seggauer Memorandum: Europa ist "Kontinent des Maßes und der Mitte"
Graz, 22.05.2026 (KAP) Mit zahlreichen Aufrufen zu einem starken "Europa der Mitte", dass sich gegen Extremismus zur Wehr setzt und seine eigenen Werte hoch hält, ist am Donnerstag der Pfingstdialog 2026 auf Schloss Seggauberg zu Ende gegangen. Der israelisch-deutsche Psychologe und Autor Ahmad Mansour präsentierte in seinem Vortrag dem Publikum mit aufrüttelnden Worten einen unangenehmen Befund und stellte die Frage, ob der religiöse Dialog in Europa wirklich immer ernsthaft geführt werde. Mansour forderte einen klareren Blick: "Wir dürfen nicht im Namen der Toleranz intolerante Haltungen tolerieren", warnte er vor zunehmenden Radikalisierungen und Parallelgesellschaften und plädierte für die Aufrechterhaltung der europäischen Werte.

"Freiheit braucht klare Regeln", argumentierte beim folgenden Panel der Ethiker Matthias Beck und forderte die Verteidigung des europäischen Wertefundaments - ebenso wie der Schweizer Publizist Roger de Weck, der "Maß und Mitte bewahren" will, "um unsere liberale Demokratie zu behaupten".

"Kontinent des Maßes und der Mitte"

Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung wurde auch ein Memorandum verfasst. In diesem heißt es, dass es die feste Überzeugung der auf Seggauberg Versammelten sei, dass die Errungenschaften Europas keine Selbstverständlichkeit sind, sie mussten hart erarbeitet und erkämpft werden. Nur auf diese Weise könnten sie auch zukunftsorientiert gesichert und weiterentwickelt werden.

Europa wird im Memorandum als "Kontinent des Maßes und der Mitte" beschrieben. Eine wieder gestärkte Mitte werde nicht nur Extremismen und Radikalisierungen entgegenwirken, "sondern ist der Nährboden und das Fundament für eine gelingende Zukunft Europas". Sehr viele der wesentlichen Entwicklungen und Innovationen der Welt gingen letztlich auf europäische Ideen zurück. Es bedürfe gebündelter Anstrengungen und einer realistisch optimistischen und offensiven Grundhaltung, um diesen Ideenreichtum weiter zum Tragen zu bringen.

"Nicht lähmender Pessimismus und hemmende Überregulierung, sondern die gezielte Förderung offensiver Gestaltung und neuer, auch unorthodoxer und unkonventioneller Impulse sind geboten", heißt es im Memorandum. Europas Stärke sei seine Vielfalt, die vor allem aus der Kraft der Regionen schöpfe. Diese Vielfalt müsse aber auch innerhalb Europas anerkannt und wertgeschätzt werden, um die daraus resultierenden Vorteile nutzen zu können.

Selbstbewusste Autonomie Europas

Das abschließende Forum zum Thema "Strategie Europa" startete mit einem Vortrag des deutschen Politologen Herfried Münkler, der mögliche strategische Szenarien Europas im politischen Machtspiel der globalen Player und offensichtlichen Gegner Russland, USA und China referierte. Münkler plädierte für eine selbstbewusste strategische Autonomie: "Europa befindet sich in einer unangenehmen Sandwich-Position." Deshalb müsse endlich eine politische Handlungsmacht entwickelt werden, um Entwicklungen im eigenständigen europäischen Sinn steuern zu können.

Münkler: "Wir müssen davon ausgehen, dass wir Europäer allein dastehen (...). Wir Europäer müssen also fester zusammengeführt werden, um die Diversionspolitik Russlands und der USA abwehren zu können. Dabei ist der Aufstieg von rechtspopulistischen Parteien in unseren Ländern ein großes Problem", so Münkler. Zudem sei es nötig, dass neben dem militärischen Aufbau auch ein Aufholen im Technologiebereich gelingt, um strategische Autonomie zu erlangen.

Der Pfingstdialog 2026 stand unter dem Generalthema "EUROPA(s)STÄRKEN". 60 prominente Referentinnen und Referenten diskutierten am Mittwoch und Donnerstag auf Schloss Seggau in der Südsteiermark über die Stärke- und Kräftefelder Europas. Religiöse Impulse lieferten dazu der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Kardinal Ladislav Német, Erzbischof von Belgrad.

Der ORF wird die Höhepunkte des Pfingstdialogs 2026 am Sonntag, 31. Mai, um 9.10 Uhr mit einer 45-minütigen Dokumentation auf ORF III senden. Im kommenden Jahr findet der Pfingstdialog von 12. bis 13. Mai 2027 statt.

Standortbestimmung des "Projekts Europa"

Die seit 2005 auf Schloss Seggau stattfindenden Pfingstdialoge "Geist & Gegenwart" wollen laut eigenen Angaben Herausforderungen und Problemstellungen Europas reflektieren. Der sich durchziehende Faden sei stets auch eine Standortbestimmung des "Projekts Europa", seiner Chancen, Hoffnungen, aber auch Gefährdungen und Probleme, seiner Entwicklungen und Herausforderungen.

Der Pfingstdialog "Geist & Gegenwart" ist eine gemeinsame Veranstaltung von Club Alpbach Steiermark, Joanneum Research und Land Steiermark unter Federführung von Finanz-, Wirtschafts- und Wissenschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer, in Kooperation mit der Diözese Graz-Seckau. Die steirischen Universitäten, Fachhochschulen sowie zahlreiche Forschungseinrichtungen sind als Partner in den Pfingstdialog eingebunden, wie auch die Industriellenvereinigung, die Arbeiterkammer und die Wirtschaftskammer Steiermark.
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