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Kirche des Priesterseminars in La Guaira  in Venezuela nach Erdbeben
Erdbeben
Bild Copyright: © Kirche in Not

Kirche in Venezuela startet Hilfsnetz nach Erdbeben

25.06.2026 12:56
(zuletzt bearbeitet am 25.06.2026 um 14:57 Uhr)
Venezuela/Erdbeben/Naturkatastrophe/Kirche
Erzbischof von Caracas berichtet von schweren Schäden an Kirchen und Pfarrhäusern - Bischofskonferenz und Diözesen koordinieren Hilfe für Betroffene der schweren Naturkatastrophe
Caracas/Wien, 25.06.2026 (KAP) Nach den schweren Erdbeben in Venezuela hat auch die katholische Kirche im Land Hilfsmaßnahmen eingeleitet und ihre nationalen und internationalen Solidaritätsnetzwerke aktiviert. Die beiden Erdstöße der Stärke 7,2 und 7,5 erschütterten am Mittwochabend innerhalb weniger Sekunden weite Teile des Landes. Besonders betroffen von der schlimmsten Erdbebenkatastrophe des Landes seit Jahrzehnten sind die Hauptstadt Caracas, der Bundesstaat Carabobo sowie die Küstenregion La Guaira, die von den Behörden zur Katastrophenzone erklärt wurde. Die genaue Zahl der Toten und Verletzten war am Donnerstag unklar. Einer Modellrechnung der US-Erdbebenwarte USGS zufolge könnten Tausende Menschen ums Leben gekommen sein.

Während Rettungskräfte weiter nach Überlebenden suchen und das Ausmaß der Zerstörungen erfassen, hat die Kirche nach Angaben der Erzdiözese Caracas und der Venezolanischen Bischofskonferenz ihre humanitäre und seelsorgliche Unterstützung hochgefahren. Pfarrgemeinden und kirchliche Einrichtungen dienen als erste Anlaufstellen für Betroffene der Erdbeben. Geplant ist laut kirchlichen Informationen die Nutzung bestehender kirchlicher Netzwerke zur Unterstützung der Opfer, insbesondere in den besonders betroffenen Regionen sowie in der Hauptstadt Caracas.

Pfarren, kirchliche Einrichtungen und Ordensgemeinschaften bereiten Unterkünfte, Hilfsgüterverteilungen und seelsorgliche Begleitung für Menschen vor, die ihre Häuser verloren haben oder nicht in ihre Wohnungen zurückkehren können. Auch Caritas Venezuela beteiligt sich an den Hilfsmaßnahmen. Parallel dazu werden in den betroffenen Gemeinden seelsorgliche Hilfen angeboten, darunter Gebet und Begleitung der Angehörigen von Todesopfern, Verletzten und Vermissten im Rahmen der lokalen kirchlichen Strukturen.

Viele beschädigte Kirchen

Der katholische Erzbischof von Caracas, Raúl Biord, begann unmittelbar nach den Erdstößen eine Inspektion beschädigter Kirchengebäude. Gemeinsam mit Priestern und Fachleuten für kirchliche Infrastruktur verschaffte er sich vor Ort einen Überblick über die Schäden. Laut einer in Sozialen Medien verbreiteten Videobotschaft wurden an mehreren historischen Gotteshäusern erhebliche strukturelle Beeinträchtigungen festgestellt, darunter Mauerwerksabbrüche sowie schwere Risse an Fassaden und im Innenbereich. Todesopfer oder Verletzte in den kirchlichen Einrichtungen wurden nach Angaben des Erzbischofs jedoch bislang nicht registriert.

Erzbischof Biord rief die Bevölkerung zu Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung auf. Die Kirche bete für die Todesopfer, die Verletzten, die Vermissten und deren Angehörige. Gleichzeitig gelte es, den von der Katastrophe betroffenen Menschen konkret beizustehen.

Solidarität aus Lateinamerika und Spanien

Solidaritätsbekundungen kamen bereits wenige Stunden nach dem Beben aus anderen Ländern Lateinamerikas. Die Mexikanische Bischofskonferenz erklärte ihre Verbundenheit mit den Opfern und deren Familien und rief zum Gebet für das venezolanische Volk auf. Die Kirche in Panama bekundete ihre "tiefe Nähe, Solidarität und Gemeinschaft" mit den Betroffenen und sicherte zugleich der Venezolanischen Bischofskonferenz ihre Unterstützung zu. Die panamaischen Bischöfe richteten zudem Worte der Ermutigung an die zahlreichen in Panama lebenden Venezolaner, die die Katastrophe aus der Ferne verfolgten.

Ähnlich reagierten auch Vertreter der Spanischen Bischofskonferenz sowie von kirchlichen Organisationen und Ordensgemeinschaften. Zahlreiche Gemeinschaften sind auch selbst von Schäden betroffen, darunter die Salesianer Don Boscos, die erhebliche Schäden an ihrer Kirche in Sarria in Caracas meldeten; sie gilt als älteste Kirche des Ordens in Venezuela.

Hilfswerke bitten um Spenden

In Österreich baten unter anderem Caritas, Don Bosco Mission Austria, Jugend Eine Welt, das Hilfswerk jesuitenweltweit und Kirche in Not um Spenden für Nothilfemaßnahmen. "Die Menschen in den betroffenen Regionen haben innerhalb weniger Minuten Angehörige, ihr Zuhause und ihre Existenzgrundlage verloren. Viele wissen nicht, wo sie die kommende Nacht verbringen werden", erklärte Andreas Knapp, Generalsekretär für Internationale Programme der Caritas Österreich: "Jetzt braucht es schnelle internationale Solidarität, damit lebensrettende Hilfe rasch bei den betroffenen Familien ankommt."

(Spendenkonten: Caritas Österreich, IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560, Kennwort: Erdbeben Venezuela; Online-Spenden: www.caritas.at/erdbeben-venezuela; Don Bosco Mission Austria: IBAN AT33 6000 0000 9001 3423, Online-Spenden: www.donboscomissionaustria.at, Kennwort: Erdbebenhilfe Venezuela; Jugend Eine Welt: IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000, BIC: RZTIAT22, Kennwort: Nothilfe Venezuela, Onlinespenden: www.jugendeinewelt.at/spenden; Kirche in Not: IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600, Verwendungszweck: Venezuela, online unter www.kircheinnot.at; Sozialprojekte Jesuiten weltweit: IBAN: AT94 2011 1822 5344 0000, Kennwort: Venezuela)
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