Caritas-Österreich-Generalsekretär Knapp: "Die Menschen in den betroffenen Regionen haben innerhalb weniger Minuten Angehörige, ihr Zuhause und ihre Existenzgrundlage verloren"
Wien, 25.06.2026 (KAP) Nach den beiden schweren Erdbeben in Venezuela haben mehrere österreichische Hilfsorganisationen Nothilfemaßnahmen für die Bevölkerung angekündigt. Besonders betroffen ist der Bundesstaat La Guaira nahe der Hauptstadt Caracas. Hilfswerke, darunter auch Caritas Österreich, Diakonie, Don Bosco Mission Austria, Jugend Eine Welt, jesuitenweltweit und Kirche in Not, rufen zu Spenden für die Erdbebenhilfe auf. Die Mittel sollen vorrangig die Versorgung der Betroffenen in den ersten Tagen nach der Katastrophe sicherstellen. Konkret sollen die Spenden für Soforthilfe, etwa die Bereitstellung von Notunterkünften, Trinkwasser, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung, verwendet werden.
"Die Menschen in den betroffenen Regionen haben innerhalb weniger Minuten Angehörige, ihr Zuhause und ihre Existenzgrundlage verloren. Viele wissen nicht, wo sie die kommende Nacht verbringen werden", so Andreas Knapp, Generalsekretär für Internationale Programme der Caritas Österreich, am Donnerstag. "Jetzt braucht es schnelle internationale Solidarität, damit lebensrettende Hilfe rasch bei den betroffenen Familien ankommt."
Das Erdbeben treffe ein bereits "durch viele Krisen gebeuteltes" Land, betonte auch Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. "Viele bangen um ihre Liebsten oder müssen um sie trauern, während sie auch selbst dringend auf medizinische Versorgung, Lebensmittel und sauberes Trinkwasser angewiesen sind." Ähnlich Marco Mencaglia, Projektdirektor des Hilfswerks "Kirche in Not" (ACN): "Venezuela ist seit vielen Jahren ein Schwerpunktland unseres Hilfswerks. Jetzt haben die Menschen Vorrang. Die Kirche tut in dieser Krise das, was sie immer tut: Sie öffnet ihre Türen, begleitet diejenigen, die alles verloren haben, und bringt Hoffnung dorthin, wo Angst eingezogen ist."
Orden helfen vor Ort
Auch die Salesianer Don Boscos meldeten Schäden an mehreren Einrichtungen. Besonders betroffen seien die Schule und die Kirche von Sarria in Caracas. Beschädigungen wurden zudem aus Altamira, La Dolorida, Mariches sowie von der Schule San José gemeldet. Das internationale Don-Bosco-Netzwerk sowie die Don Bosco Mission Austria bereiteten bereits erste Hilfsmaßnahmen vor, hieß es in Aussendungen. Man stehe in engem Kontakt mit den betroffenen Einrichtungen, um gezielte Unterstützung zu organisieren, teilten die Organisationen mit. Berichte über verletzte oder getötete Ordensangehörige lagen zunächst nicht vor. Die Kommunikationsverbindungen seien jedoch teilweise unterbrochen und viele Regionen weiterhin ohne Strom, hieß es.
Schulen und Häuser zerstört
Auch der Jesuitenorden und sein internationales Hilfswerk jesuitenweltweit erfasst vor Ort das Ausmaß der Schäden und koordiniert die dringendsten Hilfsmaßnahmen sowie Unterstützungsmaßnahmen für betroffene Familien und Gemeinden. "Die Jesuiten sind derzeit dabei, die Lage zu evaluieren und zu prüfen, wie konkret geholfen werden kann. Die Schulen der Jesuiten in Caracas sind von Zerstörungen betroffen. Auch die Schule Jesús Obrero in einem Armenviertel von Caracas, neben der ich selbst einige Jahre gelebt und in der Jugendarbeit mitgewirkt habe, wurde beschädigt", berichtete Katrin Morales, Geschäftsführerin von jesuitenweltweit Österreich. Sie ist seit heute Früh in ständigem Kontakt mit P. Alfredo Infante SJ, dem Provinzial der Jesuiten in Venezuela.
Unbürokratische Hilfe
Auch dem Hilfswerk Jugend Eine Welt berichten lokale Partner von erheblichen Schäden an Wohnhäusern und öffentlicher Infrastruktur. Besonders Familien, Kinder und Jugendliche seien auf Unterstützung angewiesen. "Die ersten Berichte aus den betroffenen Regionen zeigen ein erschütterndes Bild. Viele Menschen haben innerhalb weniger Sekunden alles verloren. Jetzt zählt jede Sekunde. Wir setzen alles daran, rasch und unbürokratisch zu helfen", erklärte Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt. Zu den dringendsten Maßnahmen zählen die Versorgung mit Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser, Medikamenten und Notunterkünften.
Erzbischof von Caracas berichtet von schweren Schäden an Kirchen und Pfarrhäusern - Bischofskonferenz und Diözesen koordinieren Hilfe für Betroffene der schweren Naturkatastrophe