Zsifkovics: Franziskus Vorbild in übersättigter Wohlstandsgesellschaft
06.10.202611:52
Österreich/Kirche/Christentum/Gesellschaft/Glaube
Eisenstädter Bischof fordert Rückbesinnung auf Berufung, Einfachheit, Frieden und Schöpfungsverantwortung - Dank für jahrhundertelange seilsorgliche Tätigkeit des Franziskanerordens in der Diözese Eisenstadt
Eisenstadt, 06.10.2026 (KAP) Eine deutliche Warnung vor einer zunehmenden Säkularisierung und Orientierung an Konsum, Macht und Erfolg hat der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics ausgesprochen. Anlässlich des 800. Todestages von Franz von Assisi rief er Christinnen und Christen dazu auf, sich am Vorbild des Heiligen zu orientieren und sich auf ihre Berufung, Schöpfungsverantwortung, Einfachheit und Frieden rückzubesinnen. Im Rahmen einer Transitusfeier in der Basilika Frauenkirchen sowie eines Gottesdienstes in der Franziskanerkirche in Eisenstadt am Montag würdigte Zsifkovics das jahrhundertelange Wirken des Franziskanerordens in der Diözese Eisenstadt und dankte dem Franziskanerpater Bozidar Blazevic, Pfarrer der kroatischen Gemeinde in Eisenstadt, für 40 Jahre priesterlichen Dienst.
Das Testament des hl. Franziskus an moderne Christinnen und Christen sei ein dreifacher Auftrag bzw. ein dreifaches Ja zur Berufung, zur Einfachheit, zum Frieden und zur Schöpfungsverantwortung, erklärte Zsifkovics. Der Überlieferung zufolge betete Franziskus in der verfallenen Kirche San Damiano bei Assisi vor dem Kreuz. Dabei habe er vom gekreuzigten Christus den Auftrag gehört: "Franziskus, geh und bau meine Kirche wieder auf".
Auch heute brauche es "Menschen-Christen" - Kleriker und Laien -, die mit ihren Talenten und Fähigkeiten "am Bauplatz Kirche mitbauen". "Nur so werden Glaube, Christentum in unserer weithin säkularisierten, übersättigten Wohlstandsgesellschaft nicht verdunsten oder ausgelöscht. Es ist für uns in Europa diesbezüglich 5 vor 12!", mahnte der Bischof.
So wie sich Franziskus "vom reichen, verwöhnten Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers zum 'Poverello von Assisi'" wandelte, sollten auch heute Christinnen und Christen "in unserer aufgeblähten 'Seitenblicke- und Schickimicki-Gesellschaft' am Boden bleiben, sich den einfachen Lebensstil bewahren und den Blick für Arme, Außenseiter, Benachteiligte unserer Zeit nicht verlieren", betonte Zsifkovics.
Letztlich müsse Franziskus, der "vom Krieger von Assisi zum leidenschaftlichen Kämpfer für den Frieden und die Bewahrung der Schöpfung geworden ist", auch als Vorbild für Friedensbildung und Schöpfungsverantwortung in der heutigen Zeit dienen. Die heutigen "Menschen-Christen" sollten "in unserer friedlosen Welt und gespaltenen Gesellschaften Friedensboten sein, die verantwortungsvoll mit der Schöpfung umgehen, sie nicht ausbeuten und zerstören, nicht als Ressource, sondern vielmehr als Bruder und Schwester sehen", rief der Eisenstädter Bischof auf. Mehr als wirtschaftliche Deals, brauche es einen "Deal zwischen Gott und Mensch", dessen Ziel es sei, im "gemeinsamen Haus der Welt" in Frieden zu leben, die Schöpfung zu bewahren und nicht auf Kosten kommender Generationen zu leben.
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