USA: Denvers Erzbischof rechtfertigt sich für Trump-Segen
24.10.202611:30
USA/Kirche/Regierung/Politik
Begründung des Segensgebets für US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus: "Wir segnen Menschen, die Segen brauchen" - Wahlempfehlung sei niemals Absicht gewesen
Washington, 24.10.2026 (KAP/KNA) Nach seinem Segensgebet für US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus hat sich Denvers Erzbischof James Golka verletzt über die ausgelösten Irritationen geäußert. Es gebe "Menschen, die diesen Moment absichtlich nutzen, um Zwietracht zu säen. Das ist keine Frucht des Heiligen Geistes". Golka ließ sich in einem Artikel seiner Kirchenzeitung "Denver Catholic" weiter mit der Aussage zitieren, er habe sich nur als katholischer Priester verhalten: "Wir beten für Menschen. Wir segnen Menschen, die Segen brauchen."
Das Weiße Haus hatte am Donnerstag ein Video verbreitet, in dem Golka für Trump an dessen Schreibtisch im Oval Office betet, umringt von weiteren Bischöfen mit Segensgestus. Dabei dankte Golka Gott "für das Geschenk unserer wundervollen Nation" und fuhr fort: "Wir danken dir für das Geschenk unserer Regierung, wir danken dir für das Geschenk dieses Amtes und dieser Präsidentschaft." Auch die Erzdiözese Denver verbreitete das Video, das von vielen als Unterstützung für Trump vor den Zwischenwahlen Anfang November kritisiert wurde.
Golka betonte, eine Wahlempfehlung sei niemals seine Absicht gewesen. Er erinnerte an die entsprechende Haltung der US-Bischofskonferenz. Zugleich war ihm nach eigenen Worten bei dem Treffen bewusst, "dass manche es für politische Zwecke nutzen könnten."
"Katholiken profitieren davon"
Der Bischof sagte seiner Kirchenzeitung weiter, er sei im Vorfeld über mögliche Wirkungen des Besuchs im Weißen Haus im Zwiespalt gewesen. Aus seiner Sicht überwogen aber die Chancen, für die katholische Kirche wichtige Themen bei Regierungsmitarbeitern zu platzieren: "Katholiken profitieren davon, wenn ihre Bischöfe die Anliegen gewöhnlicher Familien direkt zu den Entscheidungsträgern bringen", erklärte er.
Darüber hinaus seien Christen stets aufgerufen, die politische Führung im Gebet zu begleiten. Golka verwies auf eine Mahnung im Neuen Testament zu Bitten und Danksagung insbesondere "für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können" (1. Thimotheusbrief 2,1-2).