Papst kritisiert in Uruguay Kinderarmut und Gewalt
07.11.202622:07
Uruguay/Papst/Kirche/Soziales/Kind/Armut/Gewalt
Leo XIV. fordert Staat und Kirche zum Handeln auf - "Ein Kind dieses Landes, das so reich an Ressourcen ist, sollte nicht hungrig schlafen gehen"
Montevideo, 07.11.2026 (KAP/KNA) Papst Leo XIV. hat in Montevideo ein kirchliches Sozialprojekt besucht und Gleichgültigkeit gegenüber Bedürftigen in dem relativ wohlhabenden Land beklagt. Besonders verwies er bei der Visite am Rand von Uruguays Hauptstadt auf Gewalt gegen Kinder, wie die Nachrichtenagentur KNA am Samstag berichtete. Diese ist ebenso wie Kinderarmut in auffälligem Gegensatz zu den sonst günstigen Sozialdaten im Land überproportional verbreitet.
Der Papst bezog sich in dem Zusammenhang auf seinen Amtsvorgänger Franziskus, der "die Inklusion oder die Exklusion des am Wegesrand leidenden Menschen" als Maßstab für wirtschaftliches, politisches, soziales und religiöses Handeln benannt hatte. Die Kirche sei dazu gedrängt, "sich den Wunden der Menschheit zuzuwenden", sagte Leo XIV. vor dem Hintergrund, dass die Gesellschaft in Uruguay weithin kirchenfern bis antikirchlich eingestellt ist.
Aus der Trägheit erwachen
Wörtlich sagte der Papst: "Ein Kind dieses Landes, das so reich an Ressourcen ist, sollte nicht hungrig schlafen gehen und auch nicht wegen der Unsicherheit auf den Straßen auf eine ordentliche Ausbildung und eine würdige Zukunft verzichten müssen. Und schon gar nicht darf es sein, dass es Gewalt erleidet, die im Extremfall zum Tod führen kann." Kirche und Staat müssten aus ihrer Trägheit erwachen und für das Gemeinwohl zusammenarbeiten, forderte Leo XIV.
In Montevideos Stadtteil Casavalle waren mit kirchlicher Finanzierung mehrere Wohneinheiten für bedürftige Familien entstanden. Der Papst legte den Weg dorthin zu Fuß zurück und sprach mit Anwohnern.
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