Papst prangert Verrohung des gesellschaftlichen Diskurses an
08.11.202606:39
Uruguay/Computer und Informationstechnologie/Papst/Kirche/Universität/Bildung/Gesellschaft
Leo XIV. bei Besuch der von Jesuiten geführten Katholischen Hochschule von Uruguay: Nicht an das Ausstoßen, Ablehnen und Verachten anderer Menschen gewöhnen
Montevideo, 08.11.2026 (KAP/KNA) Papst Leo XIV. hat bei einem Besuch der Katholischen Hochschule von Uruguay eine "Entmenschlichung" im gesellschaftlichen Diskurs angeprangert. Dies stelle eine Herausforderung für Schulen und Hochschulen dar, sagte er am Samstag in Montevideo, wie die Nachrichtenagentur KNA berichtete. Während computergestützten Systemen Intelligenz zugeschrieben werde, falle es weithin schwer, die unveräußerliche Würde des Menschen anzuerkennen. Leo XIV. sprach von einem "Paradox".
Man dürfe sich an das Ausstoßen, Ablehnen und Verachten anderer Menschen nicht gewöhnen, so der Papst in der von Jesuiten geführten Hochschule. In dem Zusammenhang nannte er es dringend nötig, Schüler und Studierende zu einem "weisen Umgang" mit Technologien und Künstlicher Intelligenz zu erziehen. Der Mensch müsse vor dem Algorithmus stehen.
Weiter mahnte Leo XIV., "dualistische Sichtweisen" von Leib und Seele zu überwinden. "Die Reduzierung des Körpers auf ein Objekt, über das man willkürlich verfügen kann, ist stets eine Verleugnung der Würde des Menschen", sagte er.
Zudem bekräftigte er mit Blick auf das Bildungswesen, es gebe eine "persönliche und gemeinsame Verantwortung bei der Bewahrung der Schöpfung". Der Mensch sei zu einer gestalterischen Tätigkeit seiner Hände und zur Förderung des Friedens berufen; stattdessen brächten "die Finger des Menschen derzeit das schrecklichste aller menschlichen Werke hervor: den Krieg", sagte Leo XIV.
Bei Vesper in Montevideo mahnt Leo XIV. zur Rückbesinnung auf Christus - Leo XIV. erhielt Gedenkmedaille, die Etappen des Aufenthalts in Uruguay, Peru und Argentinien künstlerisch zusammenfasst
In Südamerika gilt Uruguay als Hochburg von Freimaurern und Antiklerikalen. Entsprechend formlos wurde der Papst dort offiziell begrüßt. Doch Zehntausende Menschen zeigten sich begeistert, und Leo enttäuschte sie nicht - Kathpress-Korrespondentenbericht von Ludwig Ring-Eifel