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Kathpress-Jahresrückblick 2015 Juli bis September

Höhepunkte des kirchlichen Jahres 2015 in einem Kathpress-Jahresrückblick - Eine Chronologie in vier Teilen (3)
14.12.2015, 11:42 Uhr Österreich/Kirche/Katholiken/Jahresrückblick/2015
Wien, 14.12.2015 (KAP) Was hat das Jahr 2015 für die katholische Kirche in Österreich und für die Weltkirche gebracht? Schlaglichter aus den Kathpress-Meldungen des heurigen Jahres bietet der folgende Jahresrückblick. Die gesamte Jahreschronik 2015 inklusive eines Kommentars von Kathpress-Chefredakteur Paul Wuthe ist unter www.kathpress.at/jahreschronik2015 abrufbar.

JULI

3. Juli - In Wien kommen die Diözesankoordinatoren für Flüchtlingsquartiere sowie Vertreter von Orden, Caritas und Katholischer Aktion unter Vorsitz des Generalsekretärs der Bischofskonferenz, Peter Schipka, zu einer Konferenz zusammen: Im Fokus steht das Bemühen um eine weitere Verstärkung des Engagements der Kirche in der Unterbringung von Asylsuchenden.

3. Juli - Die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich, Gerda Schaffelhofer, fordert in Briefen an Bundespräsident, Regierung und Landeshauptleute "endlich ein klares gemeinsames Ja zur Flüchtlingshilfe". Es sei "schlichtweg unbegreiflich und unerträglich", dass in Österreich Asylwerber derzeit vorwiegend in Massenquartieren notdürftig untergebracht und versorgt werden müssen.

5. Juli - Seine neunte Auslandsreise führt Papst Franziskus wieder nach Südamerika. Bis 13. Juli besucht er Ecuador, Bolivien und Paraguay und feiert dabei u.a. mehrere Gottesdienste, an denen jeweils mehr als eine Million Menschen teilnehmen. In Ecuador betont der Papst den Wert der Familie und prangert die Zerstörung der Regenwälder im Amazonasgebiet an. Bei einer Messe in der Hauptstadt Quito kritisiert er autoritäre Tendenzen unter lateinamerikanischen Regierungschefs. In Bolivien ruft der Papst zu Gemeinschaft und Inklusion der Schwachen auf und warnt vor einem grenzenlosen Konsumismus. Internationale Aufmerksamkeit erlangt Franziskus' Visite beim Welttreffen der Volksbewegungen in Santa Cruz, wo er Bürgerinitiativen, Basisgruppen und indigenen Bevölkerungsgruppen den Rücken stärkt und scharfe Kritik am "neuen Kolonialismus" der reichen Länder übt. Außerdem bittet der Papst bei dem Treffen um Vergebung für das Unrecht, das katholische Missionare an der Urbevölkerung Lateinamerikas begangen haben. In Paraguay fordert Franziskus eine Aufarbeitung der Militärdiktatur und eine tiefere Demokratisierung des Landes. Zum Abschluss seiner Südamerika-Reise besucht er einen Slum in Asuncion.

7. Juli - Der Altarraum der größten Kirche Österreichs wird 2016 umgestaltet: Im Linzer Mariendom soll der Altar künftig näher an die Kirchenbänke rücken, berichtet Dompfarrer Maximilian Strasser bei der Präsentation der von einem Berliner Architekturbüro und dem Wiener Künstlers Heimo Zobernig geplanten Neugestaltung. Ziel ist eine kreisförmige Anordnung der Sitzbänke und des Altars.

8. Juli - Innsbrucks Bischof Manfred Scheuer bekräftigt das bereits von seinen Vorgängern Reinhold Stecher und Alois Kothgasser ausgesprochene Verbot des Kultes um den Anderl von Rinn.

11. Juli - Eine Kunstinstallation macht den Salzburger Dom zum "Schau-Platz" für Frieden und Versöhnung: Mit dem großflächigen Porträt der greisen Witwe Hava, das zwei Wochen lang an der Außenfassade des Doms zum Residenzplatz hin zu sehen ist, erinnert die christliche Fotokünstlerin Claudia Henzler an das Srebrenica-Massaker vor 20 Jahren.

12. Juli - Prominenter Besuch im Stephansdom: US-Außenminister John Kerry, der sich zu diplomatischen Verhandlungen in Wien aufhält, besucht in der Kathedrale eine Messe.

13. Juli - Die Caritas Österreich präsentiert ihren Jahresbericht: Die Hilfsorganisation hat demnach 2014 mehr als 705 Millionen Euro für notleidende und bedürftige Menschen aufgewendet. Knapp zwei Drittel der Mittel flossen in den Bereich Betreuung, Pflege und Hospiz, weitere 170 Millionen Euro in die Betreuung von Menschen mit Behinderungen. Rund 68 Millionen Euro entfielen auf den Bereich Asyl, Migration und Integration. Einen Großteil der Mittel (400 Millionen Euro) lukrierte die Hilfsorganisation aus Entgelten für Dienstleistungen aus öffentlichen Mitteln.

13. Juli - Caritas-Präsident Landau fordert einmal mehr eine "Kultur des Willkommens" gegen Angst vor Zuwanderung. In seinem Eröffnungsvortrag bei der 64. "Internationalen Pädagogischen Werktagung" in Salzburg betont er außerdem die Bedeutung der Bildung für eine gute Zukunft junger Menschen mit Migrationshintergrund.

17. Juli - Menschlicher Beistand und materielle Hilfe gehören zusammen, wenn die Kirchen glaubhaft Solidarität leben wollen. So lautet der Tenor der Abschlussdiskussion der diesjährigen Ökumenischen Sommerakademie im Stift Kremsmünster, die heuer unter dem Motto "Warum Leid?" steht. Bischof Manfred Scheuer Scheuer plädiert dabei hinsichtlich der Asyldebatte einmal mehr für eine "Allianz der Humanität".

18. Juli - Der Vatikan veranstalte in Rom eine Konferenz für Opfer von Rohstoffausbeutung. In seiner Botschaft an die Kongressteilnehmer prangert der Papst die Ausbeutung armer Länder durch internationale Bergbaukonzerne an.

19. Juli - Mit einem großen Abschlussgottesdienst der rund 400 jungen Teilnehmer aus zahlreichen Ländern Europas mit dem emeritierte Grazer Bischof Egon Kapellari geht das traditionsreiche katholische Jugendtreffen im steirischen Pöllau zu Ende.

21. Juli - Dietmar Winkler, renommierter Ostkirchenexperte, Vatikanberater und neuer Dekan der Salzburger katholisch-theologischen Fakultät, spricht sich in einem Interview der "Salzburger Nachrichten" für die Aufhebung des Pflichtzölibats bei Priestern und weitere Änderungen bei "heißen Eisen" wie dem Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen aus.

22. Juli - Der Oberste Gerichtshof Pakistans lässt die Berufungsbeschwerde der wegen Blasphemie zum Tod verurteilten Christin Asia Bibi zu und setzt das Todesurteil aus. Der Fall wird damit vor dem Höchstgericht neu aufgerollt.

23. Juli - Die Caritas gibt Zahlen zur Betreuung von Asylsuchenden im kirchlichen Bereich bekannt: Demnach betreut die Hilfsorganisation gemeinsam mit katholischen Pfarren und Klöstern Mitte Juli mehr als 4.400 Asylwerber im Rahmen der Grundversorgung. Zusätzlich werden 10.500 Asylsuchende mobil betreut.

24./25. Juli - Der Appell an die Vertreter von Kirchen, Orden und NGOs, das weltweite Friedensengagement zu intensivieren, steht im Zentrum der diesjährigen "Fachtagung Weltkirche". Im Stift Lambach berichtet u.a. die vom IS aus Mossul vertriebene Ordensschwester Luma Khudher von der dramatischen Lage der Christen im Irak.

25. Juli - Militärbischof Werner Freistetter kündigt wenige Wochen nach seinem Amtsantritt Vereinfachungen in der Struktur der Militärseelsorge an. Statt bisher vier gibt es künftig nur mehr zwei Militärdekanate. Die St.-Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt wird zudem als Hauptkirche des Militärordinariats aufgewertet. Die Seelsorge an der Wiener Landesverteidigungsakademie und der Wiener Neustädter Militärakademie werden unter der Leitung eines Militärpfarrers zusammengeführt.

25. Juli - Eduard Habsburg-Lothringen, früherer Sprecher des St. Pöltner Bischofs Klaus Küng, bestätigt seinen Wechsel nach Rom. Habsburg tritt im Herbst das Amt des ungarischen Botschafters beim Vatikan an.

27. Juli - Mit einem Appell an die eigene Kirche und die Theologie, Humanität und Menschsein neu zu bedenken und weiterzuentwickeln, eröffnet Erzbischof Franz Lackner die "Salzburger Hochschulwoche". Die international renommierte Veranstaltung an der Universität Salzburg steht 2015 unter dem Leitthema "Prekäre Humanität". Der alljährlich vergebene "Theologische Preis" der Hochschulwoche geht an die deutsche Orientwissenschaftlerin Angelika Neuwirth.

31. Juli - Die Regierung beschließt Reformen in der Flüchtlingspolitik, darunter eine Wertanpassung der Tagsätze bei der Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und eine Verfassungsbestimmung, die es dem Bund ermöglicht, künftig einfacher zusätzliche Quartiere in den Ländern zu schaffen. Caritas-Präsident Landau sieht "wichtige Signale", KAÖ-Präsidentin Schaffelhofer ortet "Schritte in die richtige Richtung".

31. Juli - Das Landesgericht Linz weist die Klage eines Anrainers gegen die nächtlichen Glockenschläge des Linzer Mariendoms ab. Die viertelstündlichen Glockenschläge, mit denen auch in der Nacht die Uhrzeit angesagt wird, seien eine "ortsübliche Immission" und für Wohnungskäufer im Vorhinein erkennbar, heißt es in dem Urteil. Ende November wird die Erstentscheidung durch das Oberlandesgericht Linz bestätigt. Der Kläger kündigt daraufhin den Gang zum Obersten Gerichtshof an.

AUGUST

4. August - 10.000 junge Ministranten aus 23 Ländern - unter ihnen 3.000 aus Österreich - begegnen im Rahmen der einwöchigen internationalen Ministantenwallfahrt dem Papst. Franziskus dankt den Kindern und Jugendlichen dabei auf dem Petersplatz in Rom für ihren Dienst am Altar und bezeichnete sie als "Missionare der Nächstenliebe".

4. August - Vatikan-"Außenminister" Paul Richard Gallagher warnt davor, die Terrormiliz IS als ein staatliches oder territoriales Gebilde anzuerkennen. Die internationale Gemeinschaft dürfe sich nicht mit der Eroberung von Gebieten durch den IS und dem Aufbau staatlicher Strukturen abfinden, sagt der Erzbischof der Tageszeitung "La Stampa".

6. August - Die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki jähren sich zum 70. Mal. Kardinal Schönborn ruft in Grußworten an die Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung in Wien zur Vernichtung aller Atomwaffen und zum völligen Ausstieg aus der Atomenergie auf.

9. August - Der katholische Pfarrer im steirischen Fehring unterbricht durch das gleichzeitige Läuten der Kirchenglocken eine Anti-Asyl-Demo der "Identitären Bewegung". Die Glocken sollten angesichts der "menschenverachtenden Parolen" eine Botschaft gegen Fremdenfeindlichkeit und Menschenhass übermitteln, erklärt der Priester später seine Aktion, die wegen der zur Kundgebung angereisten TV-Journalisten weite Kreise zieht.

10. August - Der Papst kündigt die Einführung eines jährlichen Gebetstags für die Schöpfung am 1. September an.

15. August - 135 katholische Diözesen in 16 Ländern, darunter auch die Erzdiözese Wien, beteiligen sich an einem gemeinsamen mittäglichen Glockengeläut im Gedenken an die im Nahen Osten verfolgten Christen.

15. August - Premiere der nur alle fünf Jahre stattfindenden Passionsspiele im niederösterreichischen Kirchschlag: Rund 450 Mitglieder der 3.000-Einwohner-Gemeinde stehen bis Ende Oktober 20. Mal auf der Bühne des örtlichen Passionsspielhauses. Der jüngste Laiendarsteller ist nur wenige Tage alt und begleitet seine Mutter zum Passionsspielauftakt. Der Älteste war schon bei den ersten Spielen 1932 dabei.

16. August - Der überraschende Tod des evangelischen Superintendenten in Niederösterreich, Paul Weiland (65), löst auch innerhalb der katholischen Kirche Bestürzung aus.

16. August - Die ökumenische Brüdergemeinschaft von Taize feiert eine Gedenk- und Solidaritätswoche. Nach dem 100. Geburtstag des Gründers Frere Roger (1915-2005) am 12. Mai jährt sich am 16. August zum zehnten Mal sein Todestag. Vor 75 Jahren wurde mit Rogers Hauskauf im burgundischen Taize zudem er erste Stein für die spätere Gemeinschaft gelegt.

16. August - Die Salesianer feiern den 200. Geburtstag ihres Ordensgründers Don Bosco (1815-1888).

17. August - Das Zisterzienserstift Heiligenkreuz im Wienerwald vermeldet mit 91 Ordensmitgliedern einen historischen Höchststand bei der Zahl der in der Abtei lebenden Mönche. So viele waren es zuletzt im 13. Jahrhundert.

19. August - Der Lateinische Patriarch von Jerusalem feiert die traditionelle Kaisermesse in Bad Ischl. Bei einem Vortrag spricht Fouad Twal in Oberösterreich auch über die Situation in Nahost. Die von der Terrorgruppe IS kontrollierten Gebiete in Syrien und im Irak litten unter einem islamischen Fundamentalismus, der sich zu einem "mörderischen Monstrum" entwickelt habe.

22. August - Die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, Sr. Beatrix Mayrhofer, weist den Vorwurf zurück, dass die Orden im Asylbereich säumig seien: "Wer behauptet, dass wir zu wenig tun, soll uns ein Kloster zeigen, wo Flüchtlinge Platz hätten, die nicht aufgenommen werden", sagt sie der "Wiener Zeitung".

22. August - Zu einem nationalen Schulterschluss, um alle Asylwerber menschenwürdig unterzubringen und zu betreuen, ruft Caritas-Präsident Landau im Ö1-Mittagsjournal auf. "Traiskirchen geht uns alle an - Bund, Länder, Gemeinden, auch die Kirche und Zivilgesellschaft", betont er zur Lage im überfüllten Erstaufnahmelager.

23. August - Trauer um Fritz Wolfram. Der Wiener Philosoph und Judaist, der über Jahrzehnte das Wirken katholischer Laienorganisationen und kirchliches Leben in Österreich nach dem Konzil mitprägte, stirbt nach kurzer schwerer Krankheit im 75. Lebensjahr in Wien.

23. August - Kardinal Schönborn leitet den Festgottesdienst beim traditionellen "Tirol-Tag" des "Europäischen Forums Alpbach". Generalthema des Forums ist 2015 "UnGleichheit". Viele der Veranstaltungen stehen im Zeichen der Flüchtlingskrise. Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner ortet in einer Debatte mit dem umstrittenen Buchautor und früheren SPD-Politiker Thilo Sarrazin beim Thema Asyl eine "Solidaritätskrise auf politischer Ebene".

27. August - In einem Kühl-Lkw auf der Ostautobahn A4 bei Parndorf werden die Leichen von 71 Flüchtlingen entdeckt, die im Laderaum des Schlepper-Fahrzeugs erstickt sind. Vertreter von Österreichs Kirchen und auch der Papst reagieren mit Entsetzen auf die Tragödie. Franziskus bezeichnet die toten Flüchtlinge beim Angelus-Gebet in Rom als "Opfer eines Verbrechens gegen die ganze Menschheitsfamilie". "Es ist genug! Genug des Sterbens, genug des Leides und der Verfolgung. Wir können nicht mehr wegschauen", betont Kardinal Schönborn bei einem Gedenkgottesdienst im Stephansdom am 31. August, an dem auch fast alle Regierungsmitglieder teilnehmen. Es gelte "endlich aus der Starre zu erwachen" und sich "entschieden der wohl größten humanitären Herausforderung Europas in den letzten Jahrzehnten zu stellen".

SEPTEMBER

1. September - Veränderung bei der Priesterausbildung: Das "Propädeutikum", die einjährige Vorbereitungsphase für Priesterseminaristen in Österreich, übersiedelt aus dem Canisiusheim in Horn nach Linz.

1. September - Nach 47 Jahren endet die Amtszeit von Prälat Gottfried Lafer (82) als Grazer Dompfarrer. Neuer Dompfarrer in der steirischen Landeshauptstadt wird der scheidende Generalvikar Prälat Heinrich Schnuderl (71).

1. September - Der Papst erteilt zum bevorstehenden Heiligen Jahr der Barmherzigkeit allen Priestern weltweit die Vollmacht, im Jubiläumsjahr auch im Fall von Abtreibungen die Absolution zu erteilen.

1. September - Franziskus empfängt den 1995 suspendierten französischen Bischof Jacques Gaillot (79) zu einem privaten Gespräch im vatikanischen Gästehaus Santa Marta.

4. September - Österreich und Deutschland erlauben offiziell die Weiterreise von Flüchtlingen aus Ungarn. Zehntausende Asylsuchende reisen in den folgenden Wochen über den Grenzübergang Nickelsdorf nach Österreich ein und großteils nach Deutschland weiter. Später verlagert sich die Route in die Steiermark. Tausende Helfer betreuen die Menschen, unter ihnen viele Freiwillige auf Bahnhöfen und in Notquartieren, von denen viele auch in Pfarren eingerichtet werden. Im Großeinsatz ist neben anderen Hilfsorganisationen auch die Caritas. "Solidarität und Hilfsbereitschaft, egal wohin man schaut", würdigt Caritas-Chef Landau das Engagement vieler Menschen.

6. September - Papst Franziskus ruft alle Pfarren, religiöse Gemeinschaften, Klöster und Heiligtümer in Europa auf, eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen.

6. September - Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke betont bei der Familienwallfahrt der Diözese St. Pölten auf den Sonntagberg vor 1.000 Pilgern die große Bedeutung der ehelichen Treue.

7. September - Die katholische Kirche in Vorarlberg widmet ihr diesjähriges Herbstsymposion dem Thema "Kreuz und Halbmond. Islam und Christentum heute".

8. September - Zwei Wochen vor Beginn der Familiensynode verfügt der Papst per Erlass Vereinfachungen beim Verfahren zur Prüfung der Gültigkeit von Ehen. U.a. muss das erstinstanzliche Urteil sogenannter Ehenichtigkeitsprozessen künftig nicht mehr in allen Fällen von einer zweiten Instanz bestätigt werden. Vorwürfe, er habe eine "katholische Scheidung" eingeführt, weist der Papst später in aller Deutlichkeit zurück. Es gehe lediglich um eine Beschleunigung der Verfahren.

8. September - Als vorbildlich bewertet der Leiter des Kinderschutzzentrums an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, P. Hans Zollner SJ, bei einem Fachgespräch in Wien das von der katholischen Kirche in Österreich entwickelte Modell für die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch und Gewalt in der Kirche.

9. September - Der Vatikan entscheidet, dass der zurückgetretene deutsche Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst keinen Schadenersatz an seine frühere Diözese wegen zu hoher Baukosten für den Limburger Bischofssitz zahlen muss.

9. September - Österreichs kirchliche Organisationen haben im Jahr 2014 mit mehr als 97 Millionen Euro insgesamt 3.543 Projekte der Entwicklungsarbeit in 130 Ländern unterstützt. Das gibt die Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für Internationale Entwicklung und Mission (KOO) bekannt.

10. September - Der frühere Präsident des Katholischen Familienverbands, Helmuth Schattovits, verstirbt im Alter von 76 Jahren. Er gilt als "Vater des Kinderbetreuungsgeldes".

10. September - Papst Franziskus ruft bei einer Begegnung mit neu ernannten Bischöfen - unter ihnen auch Wilhelm Krautwaschl (Graz-Seckau) und Werner Freistetter (Militärdiözese) - dazu auf, verstärkt auf jene zuzugehen, die den Glauben oder die Beziehung zur Kirche verloren haben.

10. September - Der erst 32-jährige Slowake Joachim Maejovsky wird Nachfolger von Ulrich Fischer (69) als Leiter der Ordensprovinz Österreich der Barmherzigen Brüder.

10. September - Caritas-Bischof Manfred Scheuer ruft in einem Kathpress-Interview zu mehr Solidarität im EU-Raum bei der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen auf. Das "Dublin-System" hält Scheuer für gescheitert, es müsse reformiert werden, so der Innsbrucker Bischof.

12. September - "Wir müssen die Herzen und die Türen öffnen": Mit diesem Appell wendet sich der Salzburger Erzbischof Franz Lackner zum Auftakt der Maria-Namen-Feiern im Stephansdom an die Gläubigen. Flüchtlinge und Verfolgte bräuchten sowohl konkrete Hilfeleistung als auch das Gebet. Die Feier stand im Zeichen der bedrohten Lage der Christen in Syrien.

13. September - Die gegenwärtige Flüchtlingskrise ist bewältigbar, wenn es darauf eine solidarische Lösung in ganz Europa gibt und gleichzeitig gezielte Integrationsmaßnahmen gesetzt werden: So lautet die zentrale Botschaft von Caritas-Präsident Landau in der "ORF-Pressestunde".

16. September - Papst Franziskus fordert die Umweltminister der EU-Staaten zu einer entschlossenen Linie bei der bevorstehenden Weltklimakonferenz in Paris auf. Zuhörer bei der Audienz in Rom ist auch Österreichs Umweltminister Andrä Rupprechter.

18. September - Mit einem Festakt an der Universität Innsbruck starten die "Theologischen Kurse" ein österreichweites Jubiläumsjahr anlässlich ihrer Gründung vor 75 Jahren.

19. September - Der emeritierte Salzburger Erzbischof Georg Eder stirbt 87-jährig im Altersheim Mattsee. Eder leitete die Erzdiözese Salzburg von 1989 bis 2003. An seinem Begräbnis nehmen am 26. September zahlreiche Bischöfe aus Österreich und den Nachbarländern teil.

19. September - Der Deutsche Orden feiert bei einem Festgottesdienst im Stephansdom mit Hochmeister Bruno Platter sein 825-Jahr-Jubiläum.

19. September - Die Zahl der in aller Welt verfolgten Christen ist nach Angaben von "Open Doors" mit mehr als 100 Millionen aktuell so hoch wie nie zuvor in der Geschichte. Das betonen Vertreter des überkonfessionellen Hilfswerks in Wien bei einer Tagung zum 60-jährigen Bestehen von "Open Doors".

19. September - Papst Franziskus beginnt einen zweitägigen Besuch auf Kuba, in dessen Verlauf er auch mit Präsident Raul Castro und dem ehemaligen Revolutionsführer Fidel Castro zusammentrifft. Bei einer Messe vor rund 100.000 Teilnehmern auf dem "Platz der Revolution" in Havanna verurteilt der Papst Cliquenwirtschaft und warnt vor einer Vereinnahmung christlicher Werte durch politische Ideologie. Weitere Stationen von Franziskus auf Kuba sind u.a. die Stadt Holguin und das Nationalheiligtum der Barmherzigen Jungfrau von El Cobre.

21. September - Mit einer feierlichen Vesper im St. Pöltner Dom im Beisein von Landeshauptmann Erwin Pröll und Nuntius Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen feiert die Diözese St. Pölten den 75. Geburtstag von Bischof Klaus Küng.

22. September - "EZA-Bischof" Ludwig Schwarz pocht im Vorfeld des UN-Gipfels für Nachhaltige Entwicklung in New York auf eine konkrete Umsetzung der neuen UN-Nachhaltigkeitsziele auch in Österreich.

22. September - Auftakt zum sechstägigen Papstbesuch in den USA: Zu den Höhepunkten der Visite zählen neben einem Besuch bei Präsident Obama im Weißen Haus, Reden vor dem US-Kongress und der UN-Generalversammlung, ein Besuch am "Ground Zero", die Heiligsprechung des spanischen Franziskaners Junipero Serra (1713-1784) sowie der eigentliche Anlass der Reise, die Feiern beim Weltfamilientreffen in Philadelphia. Vor dem Kongress ruft Franziskus zu einem sozialen Wirtschaften auf und betont die Bedeutung der USA für den Umweltschutz sowie ihre wichtige Rolle im Kampf gegen Armut, Hunger, Krieg und Flüchtlingselend. An die UN-Generalversammlung richtet der Papst u.a. einen Appell zur gerechteren Ressourcenverteilung in der internationalen Gemeinschaft und verweist auf den Zusammenhang von Umweltzerstörung und Spaltung der Menschheit in Privilegierte und Ausgeschlossene. Bei der Abschlussmesse des Weltfamilientreffens in Philadelphia betont Franziskus schließlich vor einer Million Menschen, die Zukunft des Planeten hänge vom Zusammenhalt der gesamten Menschheit ab. Die Frage, welche Welt die Menschen von heute ihren Kindern hinterlassen wollen, müssten sie über alle Grenzen von Herkunft und Religion hinweg gemeinsam beantworten.

23. September - Scharfe Worte des steirischen Caritasdirektors Franz Küberl zur Debatte um die mangelnde Unterstützung der Staaten für das Ernährungs-Programm der UNO ("World Food Programme"): Die Caritas warne bereits seit Jahren vor einer "vollkommenen Aushungerung" der Flüchtlingslager rund um Syrien, sagte Küberl in einem Kathpress-Interview: "Ich möchte nicht statt diesen Staatsmännern vor dem Herrgott stehen."

25. September - Das diözesane Grazer Kulturzentrum bei den Minoriten ("KULTUM") feiert sein 40-jähriges Bestehen. Gegründet von Bischof Johann Weber, ist das Zentrum heute Heimat für zeitgenössische Kunstformen in Bildender Kunst, Literatur, Neuer Musik und Tanz, es führt eine eigene Programmschiene für junges Publikum und sieht sich als Diskursort für für Gegenwartsfragen und Religion.

25./26. September - Der italienische Kardinal Francesco Montenegro, zu dessen sizilianischer Erzdiözese Agrigent auch die "Flüchtlingsinsel" Lampedusa gehört, ruft während eines Österreich-Besuchs Europa zu mehr Solidarität mit Migranten auf. An der Universität Wien nimmt er an einer hochkarätig besetzten Tagung zum Spannungsfeld "Religion und Migration" teil. Zusammen mit Kardinal Schönborn besucht Montenegro auch ein Flüchtlingsquartier für 75 Menschen, das die Erzdiözese Wien am Stephansplatz zur Verfügung stellt.

26. September - Ganz im Zeichen der Flüchtlingskrise steht die Feier zum 20-Jahr-Jubiläum von Christoph Schönborn als Wiener Erzbischof. Die heutige Situation sei ein "Anzeichen für einen Epochenwandel", erklärt der Kardinal im Stephansdom vor rund 4.000 Gläubigen. Die Kirche müsse die Zeichen der Zeit richtig deuten, sich der "Dringlichkeit" der Realität stellen und die Flüchtlingsfrage zuvorderst als eine Frage der Menschlichkeit sehen.

28. September - Täglich Tote und Verwundete durch Bomben und Schießereien, kein Strom, kein Wasser, ständig steigende Nahrungsmittelpreise: So schildert der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, bei der in Salzburg stattfindenden Jahrestagung der "Initiative Christlicher Orient" (ICO), die Lage in seiner syrischen Heimat.

29. September - Wien ist Schauplatz der Generalversammlung von "Unum Omnes", der Internationalen Vereinigung Katholischer Männer.
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