Papst trauert um Bombenopfer in Nahost - Pfarrer im Libanon getötet
10.03.202609:17
Libanon/Vatikan/Papst/Krieg/Kirche
Maronitischer Priester im Südlibanon wurde von israelischen Bomben getroffen, als er versuchte, einem verletzten Gemeindemitglied zu helfen
Beirut/Vatikanstadt, 10.03.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat sein tiefes Mitgefühl für alle Opfer der jüngsten Bombenangriffe im Nahen Osten ausgedrückt. Er trauere um die vielen unschuldigen Menschen, darunter viele Kinder, heißt es in einer am Montagabend vom Vatikanischen Presseamt auf Telegram veröffentlichten Stellungnahme des Papstes. Auch denke er an all jene, die ihnen geholfen haben, wie etwa der maronitische Priester Pierre El-Rahi, der am Montag in der Gemeinde Qlayaa in den Bergen des Südlibanon getötet wurde. Er verfolge die Ereignisse mit Sorge und bete für ein baldiges Ende aller Feindseligkeiten, so Papst Leo XIV.
Der libanesische Pfarrer El-Rahi wurde von israelischen Bomben getroffen, als er versuchte, einem verletzten Gemeindemitglied zu helfen, wie Vatikan-Medien berichteten. Laut Pater Toufic Bou Merhi, Franziskaner der Kustodie des Heiligen Landes und Pfarrer der libanesischen Stadt Tyros, wurde ein Haus nahe El-Rahis Pfarre Qlayaa getroffen und ein Bewohner verletzt. Als der Priester zusammen mit weiteren Männern dem Verletzten zu Hilfe eilen wollte, erfolgte ein zweiter Luftschlag, der ihn schwer verletzte. Er sei kurz nach Einlieferung in ein nahe gelegenes Krankenhaus gestorben, berichtete der Franziskaner.
El-Rahi (50) galt als zentrale Stütze der Christen in der Region; er habe sie stets bestärkt, ihre Heimat Libanon nicht zu verlassen. Sein Tod markiere einen Wendepunkt für die christlichen Dörfer im Süden des Landes, die bisher trotz vielfacher Evakuierungsaufforderungen ausgeharrt hatten.
Der Tod des Geistlichen habe die Menschen in Trauer und Angst versetzt, berichtete der Pater Toufic. Bisher hätten sich viele Bewohner der christlichen Dörfer im Südlibanon geweigert, ihre Häuser zu verlassen, obwohl die israelische Armee wiederholt zur Evakuierung aufgerufen hatte. Doch die gezielten Einschläge in zivile Gebiete veränderten die Lage dramatisch, sagte der Franziskaner. Angesichts der ökonomischen Krise des Landes bedeute eine Flucht jedoch für viele, dass sie buchstäblich auf der Straße landen oder in ihren Autos schlafen müssen.
Hunderttausende Vertriebene
Nach eigenen Angaben betreut Pater Toufic in seinem Konvent in Tyros derzeit 200 Geflüchtete, allesamt Muslime. Allein in der Hauptstadt Beirut gebe es schätzungsweise 500.000 Vertriebene, weitere 300.000 Menschen haben den Süden verlassen, und Zehntausende sind aus der Bekaa-Ebene geflohen.
Die humanitäre und politische Lage im Libanon werde von Tag zu Tag schwieriger, so der Ordensmann. "Schluss mit den Kriegen, Schluss mit der Gewalt! Waffen erzeugen keinen Frieden, sondern Massaker und Hass", betonte er. Alles, was die Menschen forderten, sei ein Leben in Würde.
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