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Historische Reise

Papst Franziskus gedenkt in einer Zeremonie der Kriegsopfer in Mossul am 7. März 2021. Im Hintergrund stehen zerstörte Gebäude.
© Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
Papst im Irak
17.03.2021, 16:16 Uhr

Vor allem Sicherheitsfragen und die Corona-Pandemie machen den Irakbesuch von Papst Franziskus schwierig

 

> Papst Franziskus wirbt im Irak für Vielfalt und Verständigung

 

> Papst traf schiitischen Großajatollah al-Sistani

 

> Papst verurteilt in Mossul Hass im Namen der Religion

Fakten
Papst Franziskus hat als erster Papst in der Geschichte den Irak besucht. Er hielt sich von 5. bis 8. März in dem islamisch geprägten Krisenstaat auf, um mehrere Teile des Landes zu besuchen. Der Visite stand im Zeichen des interreligiösen Dialogs mit dem Islam und Begegnungen mit der bedrängten christlichen Minderheit. In Bagdad und Erbil feierte der Papst Gottesdienste mit den örtlichen Katholiken, darunter auch erstmals eine Messe im ostsyrischen Ritus. In seinen Ansprachen im Irak trat der Papst mehrmals für interreligiöse Verständigung ein. Mit deutlichen Worten verurteilte er hingegen Gewalt und Terror im Namen der Religion.

Trotz prekärer Sicherheitslage verlief der viertägige Besuch ohne Zwischenfälle. Zum Abschluss feierte Franziskus am Sonntagnachmittag in der kurdischen Regionalhauptstadt Erbil einen Gottesdienst mit Tausenden Gläubigen. Im Franso-Hariri-Stadion mahnte er die von jahrelangem Krieg und Terror gepeinigten Menschen, nicht nach Rache zu sinnen. Stattdessen sollten Angehörige aller Religionen "gemeinsam vereint für eine Zukunft in Frieden und Wohlstand arbeiten", so sein Appell.

Zuvor ehrte der Papst die Opfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und verurteilte Gewalt im Namen der Religion. In der einstigen Terroristen-Hochburg Mossul betete er für all jene, die von den selbsternannten Gotteskriegern während ihrer blutigen Herrschaft im Nordirak ermordet, versklavt und vertrieben wurden. In Karakosch ermutigte er die christliche Minderheit des Landes, ihrer Heimat nicht den Rücken zu kehren und ihr geistliches Erbe zu bewahren.

In seiner Auftaktrede zum Besuch am Freitag im Präsidentenpalast Bagdads rief Franziskus zu nationaler Einheit und religiöser Toleranz auf. Zugleich mahnte er zu dringenden Reformen, um gegen Machtmissbrauch, Korruption und Perspektivlosigkeit vorzugehen. Hass und Terror im Namen Gottes verurteilte er auch bei dieser Gelegenheit deutlich.

Mehrere symbolträchtige Begegnungen des Papst standen im Zeichen des interreligiösen Dialogs. In Nadschaf traf er am Samstag den einflussreichen schiitischen Großajatollah Ali al-Sistani zu einer privaten Unterredung. Viele Beobachter werteten dies als historischen Brückenschlag zwischen katholischer Kirche und schiitischem Islam.

Für internationale Beachtung sorgte zudem ein interreligiöses Friedenstreffen in der südirakischen Stadt Ur. Sie gilt als Heimat der biblischen Gestalt Abraham, auf die sich Juden, Christen und Muslime gleichermaßen als Stammvater berufen.

Das offizielle Besuchsprogramm sieht Stationen in Bagdad, Nadschaf, Erbil, Mossul, Karakosch und in der Ebene von Ur, Heimat des biblischen Stammvaters Abraham, vor.
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