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Amazonien-Synode

Ein Indigener steht am Ufer während der Zeremonie mit der Olympiafackel im Dorf der Dessana-Indigenen am Rio Negro in Amazonien am 20. Juni 2016.
Synode
01.11.2019, 15:33 Uhr

Amazonien umfasst ein Gebiet, das mit rund 7,5 Millionen Quadratkilometern etwa 80 Mal so groß wie Österreich ist und in neun Ländern liegt, darunter Brasilien, Peru, Venezuela, Bolivien und Kolumbien

Fakten
Mit einer Abschlussmesse im Petersdom ist am 27. Oktober die vatikanische Sondersynode über Amazonien zu Ende gegangen. Nach den drei Beratungswochen einigten sich die 280 Teilnehmer der Versammlung auf eine Schlusserklärung, welche Vorschläge an den Papst für Reformen in der Seelsorge in der ökologisch sensiblen Region Südamerikas enthält. Unter den großteils fast einstimmig beschlossenen Anregungen befindet sich auch die Weihe von bewährten Ehemännern zu Priestern ebenso wie die Schaffung eines amazonisch-katholischen Ritus.

Papst Franziskus kündigte in seiner Schlussansprache ein nachsynodales Schreiben noch vor Ende 2019 an. Bei der Schaffung neuer Ämter und Einrichtungen gelte es "kreativ" zu sein, wobei er einige Schritte bereits in Aussicht stellte: So sollen u.a. eigene Priesterseminare für Indigene eingerichtet, das Frauendiakonat der Urkirche erneut untersucht und eine bessere Verteilung der Priester innerhalb der Länder Lateinamerikas ins Auge gefasst werden, um die Seelsorge in bisher unterversorgten Gebiete zu fördern.

Weiters wünschte der Papst, dass Ordensleute wie auch angehende Vatikan-Diplomaten künftig während ihrer Ausbildung "mindestens ein Jahr in einem Missionsland verbringen". Priester aus Missionsländern sollten nach einer Zeit des Einsatzes in Europa oder Nordamerika auch wieder an ihrer Rückkehr denken. Im Vatikan-Dikasterium für ganzheitliche Entwicklung gibt es zudem künftig eine eigene Abteilung für Amazonien.

Kardinal Christoph Schönborn als vom Papst ernannter Synodenteilnehmer bezeichnete das erreichte Beratungsergebnis mit u.a. dem Vorschlag eines Weges für den künftigen Einsatz verheirateter Priester als "sehr guten Weg" für eine menschennahe Kirche. Der Abschlusstext enthalte wichtige Impulse für den Schutz der Ökologie und der Völker von Amazonien, das bisher von der Weltgemeinschaft, jedoch auch von der Kirche vernachlässigt worden sei.

Bei der am 6. Oktober gestarteten Synode über "neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie" berieten 185 Mitglieder, größtenteils Bischöfe, sowie knapp 100 Ordensleute, Experten und Gäste. Das Schlussdokument hat keine bindende Kraft, dient aber dem Papst zur Meinungsbildung im Blick auf ein eigenes Schreiben, das er bis zum Jahresende in Aussicht stellte. Für jeden seiner insgesamt 120 Artikel war eine Zweidrittelmehrheit der 181 bei der Abstimmung anwesenden Synodalen notwendig, also 120 Stimmen. Die meisten Gegenstimmen erhielten die Artikel zu den verheirateten Priestern (41 Nein-Stimmen bei 128 Ja-Stimmen) und zum Frauendiakonat (30 Nein-Stimmen bei 137 Ja-Stimmen).
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