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Amazonien-Synode

Arbeitspapier der Amazonien-Synode auf Spanisch mit dem Titel 'Amazonia: nuevos caminos para la Iglesia y para una ecologia integral' (dt. Amazonien: neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie), am 17. Juni 2019 im Vatikan.
Synode
15.10.2019, 17:00 Uhr

Amazonien umfasst ein Gebiet, das mit rund 7,5 Millionen Quadratkilometern etwa 80 Mal so groß wie Österreich ist und in neun Ländern liegt, darunter Brasilien, Peru, Venezuela, Bolivien und Kolumbien

Fakten
Im Vatikan findet bis 27. Oktober eine Sonderversammlung der Bischofssynode statt. Die vom Papst einberufenen dreiwöchigen Beratungen stehen unter dem Thema "Amazonien: neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie". Das Bischofstreffen will Umweltschäden im Amazonasgebiet und deren soziale Folgen in den Blick nehmen. Ebenso geht es um mehr Aufmerksamkeit für die Belange der Indigenen und die Seelsorge in der riesigen und schwer zugänglichen Amazonasregion. Dabei sollen auch die Weihe verheirateter Familienväter, die Übertragung von Leitungsaufgaben an Laien und neue Ämter für Frauen diskutiert werden.

Amazonien umfasst ein Gebiet, das mit rund 7,5 Millionen Quadratkilometern etwa 80 Mal so groß wie Österreich ist und in neun Ländern liegt, darunter Brasilien, Peru, Venezuela, Bolivien und Kolumbien. Es bedeckt fast die gesamte nördliche Hälfte des Halbkontinents Südamerika und zählt zu den wichtigsten Ökosystemen, der sogenannten "grünen Lunge" der Welt. In der Amazonasregion lebt eine indigene Bevölkerung von rund drei Millionen Menschen, zusammengesetzt aus etwa 390 verschiedenen Völkern und Nationalitäten in sehr weit verstreuten Siedlungen.

Das im Juni vom Vatikan veröffentlichte grundlegende Arbeitsdokument (Instrumentum laboris) für die Sondersynode postuliert neben der Notwendigkeit einer pastoralen Umkehr und einer ebensolchen zu kirchlicher Synodalität wesentlich die Bedeutung einer "ökologischen Umkehr", die Papst Franziskus bereits in seiner 2015 veröffentlichten Umwelt- und Sozialenzyklika "Laudato si" einforderte.

Das 59-seitige Arbeitspapier ist in drei Hauptteile mit den Kernbegriffen der "Stimme Amazoniens", "ganzheitlicher Ökologie" und einer "prophetischen Kirche" gegliedert. Weite Passagen des Dokuments sind Umwelt- und Schöpfungsthemen gewidmet und beschreiben Amazonien als stark gefährdet. Das Leben in Amazonien sei "durch Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt sowie durch die systematische Verletzung der grundlegenden Menschenrechte der amazonischen Bevölkerung bedroht", heißt es unter anderem.

Papst Franziskus warnte indes davor, die Amazonien-Synode als Konferenz ökologischer Experten misszuverstehen. Vielmehr gehe es um die Mission der Kirche, Menschen die christliche Botschaft besser zu vermitteln.

286 Männer und Frauen stehen auf der vom Vatikan veröffentlichten Liste der Synoden-Teilnehmer. 185 von ihnen - konkret die für die Synode ernannten Bischöfe und die Delegierten der USG, des Dachverbands der Generaloberen der männlichen Ordensgemeinschaften - sind stimmberechtigt. Aus Österreich nehmen der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn und der aus Vorarlberg stammende emeritierte Amazonas-Bischof Erwin Kräutler teil.

Der Zeitplan der Synode sieht zunächst abwechselnd Plenumstreffen und Kleingruppenberatungen vor. Am 21. Oktober wird den Synodalen ein erster Entwurf für ein Schlussdokument präsentiert, das anschließend noch einmal in den Arbeitskreisen diskutiert wird. Die Schlussfassung soll 26. Oktober in der letzten Generalversammlung abgestimmt werden. Ob der Text veröffentlicht wird, liegt in der Entscheidung des Papstes. Die Synode endet am 27. Oktober mit einem Gottesdienst im Petersdom.
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